2026/Island

April in Island

1Mi, 25. März 2026
Berlin - Neustadt-Glewe
 
220 km

Auf zur zweiten Reise mit der Allrad-BOX. Heizung neu, Reifenventile neu, Frischwasserpumpe gestern noch neu - jetzt sollte alles in Ordnung sein.

Nach dem Kaffee am Nachmittag ging es los, erstmal bis zu einem Parkplatz nahe einer Seniorenresidenz, wie passend.

2Do, 26. März 2026
Neustadt-Glewe - Vester Vedsted
 
400 km

Heute früh kam die schon erwartete SMS von Smyril Line: Aufgrund der Witterungsbedingungen verschiebt sich die Abfahrt von Sonntag um 23 Stunden auf Montag. Im Osten Islands schneit und stürmt es schon seit Tagen, die Strecke von der Ringstraße zum Hafen in Seyðisfjörður ist zzt. gesperrt, das Sturmtief zieht aber langsam Richtung Norwegen.

Also ein Tag mehr für Dänemark, heute zunächst bis Süderlügum zum Tanken, dann über die Grenze nach Tønder mit kleinem Stadtbummel und weiter bis zum Autostrand auf Rømø. Schon gut was los trotz Nebensaison, ich habe ein paar Stunden die Aussicht über den Strand auf die Nordsee genossen und bin zum Übernachten noch eine halbe Stunde weiter bis zum Parkplatz am Ebbevej nach Mandø. Hier war ich schon 2021. Außer mir niemand weiter da, Blick auf die See. Schön.

3Fr, 27. März 2026
Vester Vedsted - Grærup Strand
92 km

Nicht weit vom Stellplatz liegt Ribe, die älteste dänische Stadt. Sie ist äußerst sehenswert, ich schlenderte ein wenig umher. Der Ort erwachte gerade, eine Mütze habe ich nicht bekommen.

Anders die Stadt Esbjerg, sehr modern, etwas unpersönlich, aber sauber, sauber. Auch keine Mütze. Nach dem obligatorischen Besuch der "Männer am Meer" (siehe 1998* und 2021) ging es zum nächsten Autostrand in Vejers Strand. Auch hier genoss ich ein paar Stunden den Blick auf die See. Es war recht stürmisch, so hielt es mich nicht allzu lange draußen. Zum ablendlichen Stellplatz durchfuhr ich ein Militärgebiet, bei allen noch verbliebenen, jetzt unbewohnten Häusern sind Fenster und Türen mit schwarz gestrichenen Holzplatten verschlossen, sehr gespenstisch. Abends setzte Regen ein. 

4Sa, 28. März 2026
Grærup Strand - Brønderslev
274 km

Heute strahlte die Sonne den ganzen lieben Tag, auch wenn es noch ganz schön kalt war. Richtung Norden, noch an einer V&E-Station vorbei zum dritten Autostrand, diesmal ging es fast 20 Kilometer am Strand entlang, cool.

5 So, 29. März 2026
Brønderslev - Tversted
134 km

An diesem Bonus-Tag in Dänemark fuhr ich mal an die Ostseeseite Jütlands nach Sæby. Ein nettes kleines Städtchen mit Parkplatz bei SuperBrugsen. Hier konnte ich noch ein paar Einkäufe machen und bin dann zum Hafen. Zu sehen gibt es die Fruen fra Havet. Eine Frau, janusköpfig mit zwei Gesichtern, quasi Jana. Eingelassen sind unzählige Miniaturen von Kindern aus dem Ort, nettes Kunstwerk. Dann kam ein ordentlicher Schauer herunter und so blieb der Besuch recht kurz. Nächste Station: Skagen. Beim letzten Besuch 2021 dranvorbei zum nördlichsten Punkt Jütlands, habe ich mich diesmal dem Ort zugewandt. Meist blassgelb getünchte Häuser, ein schönes Stadtensemble, die Sonne schien auch. Mütze gäbe es, bei über 40 € dann doch nicht.

Mein Stellplatz, ein schöner Waldparkplatz, liegt 20 Minuten vor dem Fährhafen. Dann habe ich es morgen nicht mehr weit. 

6Mo, 30. März 2026
Tversted - Hirtshals
 
20 km

Fahrplan

Hafen alter Plan neuer Plan Ist

Hirtshals ab

So, 15:00

Mo, 14:00

Mo, 14:00

Tórshavn an

Di, 07:30

Di, 23:59

Di, 23:00

Tórshavn ab

Di, 13:00

Mi, 01:00

Di, 23:59

Seyðisfjörður an

Mi, 09:00

Mi, 21:00

Mi, 17:00

Check-in 11:00, Abfahrt dann um 14 Uhr mit der M/S Norröna. Der Seegang war ganz ordentlich, aber ohne Magengrummeln. Vielleicht helfen die Reisetabletten ja tatsächlich. In der Kabine gibt es TV, auch mit Live-Kamera von der Brücke, abends dann ein Fußball-Länderspiel im Fernsehen.

7Di, 31. März 2026
Tórshavn  
 

Der Kapitän versprach, Zeit reinholen zu wollen, und so erreichten wir die Färöer-Inseln eine Stunde früher. Es war mitten in  der Nacht, Aufenthalt nur kurz, ein kleiner Landgang war nicht möglich.

8Mi, 1. April 2026
 Seyðisfjörður - Egilsstaðir 
 
29 km

Nachts wieder ordentlich Seegang, tags dann strahend blauer Himmel und irgendwann tauchte dann das schneebedeckte Island auf. Die Norröna war sehr schnell unterwegs, 5 Uhr nachmittags nach Island-Zeit (-2 h ggü. Berlin) waren wir da. Ich bin gleich losgefahren bis Egilsstaðir an der Ringstraße auf den schmucklosen, aber sehr vollen Campingplatz. Jetzt kann ich in Ruhe Pläne für die nächsten Tage machen.

9Do, 2. April 2026
Egilsstaðir - Mývatn
 
225 km

Und das war der Plan: Erst Einkaufen und Tanken, weiter ein Stück Ringstraße 1, dann nach Norden auf die Route 85 Richtung Vopnaförður und mal weitersehen. Vorher aber noch den Abstecher zum Stuðlagil Canyon. Dort angekommen lief ich dann mal so los zu den angelegten Wegen und Treppen, die einen phantastischen Ausblick in den Canyon bieten. Aber Stopp: Teilweise total vereist! So kehrte ich um, zog meine Spikes über und konnte trittsicher die schönen Aussichtspunkte erreichen! Oh, wie schön, dass ich die Spikes geschenkt bekommen habe!!!!

Nach vielem Auf und Ab und etwas aus der Puste erstmal Kaffeepause. Währenddessen zog ein kräftiger Sturm auf, zwar ohne Schneefall, die Sonne schien sogar, aber mit heftigen Schneeverwehungen. Also Planänderung: Auf die Route 85 mit unbekanntem Ziel wollte ich nun doch nicht, sondern Ringstraße bis zum nächsten - lt. Website - geöffneten Campingplatz an einer Stichstraße. Auf der Ringstraße, manch Mietwagenfahrer traute sich nur so 20 bis 30 km/h, die Sicht teils Null, schlich die Kolonne so vor sich hin. Am Camp angekommen war alles verrammelt, wegen des Wetters doch noch nicht geöffnet! Also zurück zur Route 1 und weiter bis Mývatn. Hier stand ich nun auf dem Campsite, der Wind wackelte am Auto. Es zieht durch die Ritzen des Kastenwagens, aber die neue Heizung hielt tapfer dagegen.

10Fr, 3. April 2026
Mývatn - Laugar
 
78 km

Rund um den Mývatn gibt es reichlich viel zu sehen, aber nicht alles ist heute erreichbar. Das Wetter am Vormittag gut, also los: Erster Stopp an der Dusche am Straßenrand, quasi das Wahrzeichen des Geothermiekraftwerks. Bei Frost läuft sie aber nicht und da hätte ich dann auch keine Lust zum Duschen gehabt. Aber das Foto ist gemacht.

Es sollte nun weitergehen zu einem Lavafeld. Die gestrigen starken Schneeverwehungen haben die Weiterfahrt aber unmöglich gemacht, es war noch nicht geräumt. Drei junge Leute auch China (zwei aus Shanghai, eine aus Taiwan) hatten es versucht und steckten im tiefen Schnee fest als ich dort ankam. Jetzt bewährte sich das neue Abschleppseil und der Allradantrieb, und der Mietwagen war wieder frei. Alle waren überschwänglich glücklich und wir wünschten uns weiterhin eine gute Reise.

Ganz in der Nähe gibt es eine weitere Attraktion: das Hochtemperaturfeld Hverir. Sündhaft teurer Parkplatz statt eines Eintrittsgeldes - so ist das wohl ansich in Island üblich - ging es über Stege und Wege durch das heiße Feld, Warnschilder sprechen von über 100 °C. Es gluckste, brodelte und dampfte heftig, Schwefelduft lag in der Luft. Sehr eindrücklich!

Jetzt noch zur Grjótagjá, einer Höhle, in der früher gebadet werden konnte, direkt auf dem Grabenbruch zwischen Europa und Nordamerika. Seitdem in den 1970ern in der Nähe Lava aufstieg ist das Wasser aber zu heiß. Es war auch nichts weiter zu sehen. Ein Wagemutiger aus einer polnischen Reisegruppe versuchte noch mittels eines Abschleppseils und meiner Taschenlampe etwas zu sehen - das Seil jedoch war zu kurz. Eine lustige Aktion war es dennoch. Ich konnte noch mit je einem Bein in zwei Kontinenten stehen. 

An einer Stichstraße liegt der Parkplatz für den Krater Hverfjall. Ein mächtiges Teil, das auf 600 m Fußweg und 100 Höhenmetern erklommen werden kann. Aber trotz Spikes kehrte ich auf halber Strecke um, da die Entgegenkommenden beim Abstieg ständig ausrutschen und sich hinlegten. Danach war mir nicht.

Die Besichtigungen hätten noch weitergehen können, aber ich war schon recht satt und am Mittag setzte auch Schneefall ein. Da zog ich die Fahrt bis zum nächsten Campingplatz vor. Der Schneefall nahm dann auch noch zu und so war es genug für heute.
11Sa, 4. April 2026
Laugar - Akureyri
 
76 km

Das Wetter zog mich weiter Richtung Westen. Aber nicht, ohne den nächsten spektakulären Stopp einzulegen: Goðafoss. Der halbkeisförmge Wasserfall ist jetzt im Winter auf seine Weise besonders eindrucksvoll. Er liegt auch direkt an der Ringstraße, also gut zu erreichen, anders als der 44 m hohe Dettifoss. Da ist die Zufahrt aktuell noch gesperrt.

Auf der Weiterfahrt nach Akureyri musste ich mich entscheiden: Mauttunnel oder Passstrecke, da letztere nicht gesperrt war, also über den Pass, gut befahrbar mit schönen Ausblicken auf den Fjord.

Akureyri ist hier das Versorgungszentrum, nicht sehr spektakulär, aber recht nett. Ein paar Einkäufe und Volltanken, dann ging es vor die Stadt auf den Campingplatz, heute mit Strom. Die Batterie wird während der kurzen Fahrten hier nicht ausreichend gefüllt, und auf dem Solarpanel lag Schnee, an den ich nicht rankomme. Das Aufstellpanel lohnte auch nicht recht. Aus dem neuen Elektrokochtopf gab es dann eine leckere Bolognesesoße. 

12So, 5. April 2026
Akureyri - Varmahlíð
 
215 km

Heute Autowandern entlang der Küste, Richtung Norden am Fjord entlang. Der zeigte sich aber nicht und lag total im Nebel. Die im Reiseführer erwähnten Ausblicke auf die gegenüberliegenden Gipfel musste ich mir vorstellen, das Whale-Watching-Boot blieb im Hafen. Nach einigen ein- und zweispurigen Tunneln änderte sich das wie erhofft: klare Sicht und Sonnenschein, ein traumhafter Blick auf die schneeweißen Berge, nur unterbrochen vom schwarzen Asphaltband der Straße und auf der anderen Seite der tieftürkisfblaue Ozean.

Ein, zwei Kaffeepäuschen und 200 km später fuhr ich dann den schönsten aller Campingplätze an: Stellplatz direkt am Fluss, Island-Pferde-Koppel als Schiebetürblick am gegenüberliegenden Ufer, keine weiteren Gäste bei der Ankunft. Küche mit Waschmaschinen, Bad, heißer Pool - der Besitzer hat mal ein paar Meter tief gebohrt und es sprudelte Heißwasser aus der Erde! - alles inklusive, für 17 €. Hier werde ich die beiden Ostertage verbringen.

13Mo, 6. April 2026
Varmahlíð
 

An diesem sehr stürmischen Ostermontag habe ich eine Ruhetag mit Lesen, Planen, Youtuben eingelegt. Und herausgefunden, warum der GPS-Tracker nicht funktioniert: Er läuft über das 2G-Netz, das hat Island letztes Jahr aber bereits abgeschaltet. Nun ist das Diebstahlrisiko hier nahe Null, aber die Route wird halt nicht automatisch getrackt und ich muss mich händisch darum kümmern.

14Di, 7. April 2026
Varmahlíð - Hveravík
 
287 km

Wieder eine längere Etappe - meistens richte ich mich nach den Übernachtungsmöglichkeiten in der Wintersaison - in Richtung Westfjorde. Erst ein gutes Stück auf der Ringstraße, dann auf der 68 nach Norden. Teils Asphalt, nach einer Kaffeepause am Kirchenparkpatz dann im Wechsel mit löchriger Schotterpiste. Schnee lag jetzt deutlich weniger, die Ausblicke auf die Fjordlandschaft sind herrlich und der Campingplatz am Ende hatte wieder einen schönen heißen Pool.

15Mi, 8. April 2026
Hveravík - Þingeyri
 
315 km

Die Attraktion des Ortes noch ein Stücker weiter die Straße hinauf ist der heiße Pool mit drei Becken und Eintritt, mitten im Dorf. Das Foto ist gemacht, aber dank der schönsten Pools auf den Campingplätzen konnte ich leichten Herzens verzichten. Es folgte eine lange Tour, teils für 10 km Luftlinie 80 km Strecke, entlag der Westfjorde. Ein Wasserfall und einige Aussichtspunkte später traf ich am Nachmittag an meinem neuen Platz ein, die drei angefahrenen davor waren nicht schön oder zu. Jetzt stehe ich auf einem Eisbrett direkt am Wasser, in der Hoffnung, da morgen wieder rauszukommen!

16Do, 9. April 2026
Þingeyri - Miðjanes
 
192 km

Weiter Richtung Süden. Die Westfjorde ließ ich nun hinter mir, der letzte Abstecher fiel wegen geschlossener Straße aus. Die Route 60 ist kurios: erst wunderbar ausgebaut mit langem breitem Tunnel, dann hoch in die Berge auf der übelsten Matschpiste bisher, Regen oder Schneetreiben und wieder hinunter ans Wasser. Die Fahrt war heute deshalb recht anstrengend. Am Nachmittag kam die Sonne dann aber auf einem sehr abgelegenen Platz noch heraus und ich hatte einen schönen Blick auf den Fjord. Abends gab's Raclette.

17Fr, 10. April 2026
Miðjanes - Fossatún
 
245 km

Die Besichtugungsausbeute von heute: nebst gigantischen Ausblicken auf Berge und Gletscher zwei Wasserfälle und eine kochend heiße Quelle. Dazu ging es erst nach Süden, dann soweit noch Osten ins Landesinnere, wie es zu dieser Jahreszeit eben geht: das Reykholtsdalur, das Rauchtal. Beim Hraunafossar strömt Wasser auf 700 m Länge direkt aus der erkalteten Lava in den darunter liegenden Fluss Hvitá, ein besonderes Schauspiel. Fußläufig entfernt stürzt der Barnafoss neun Meter laut und geräuschvoll hinunter. Wieder ein Stück westlich die Springquelle Deildartunguhver. Sie ist wohl sehr ergiebig, es zischt an mehren Stellen 100 °C heißes Wasser empor. Dabei wäre auch ein Thermalbad. Ich "begnügte" mich aber wiederum mit den heißen - na, ja, sagen wir im Vergleich warmen - Hot Pools der Unterkunft, ein Ferienareal mit Camping, diversen Hütten und Appartements.  

18Sa, 11. April 2026
Fossatún - Grundarfjörður
 
256 km

Die Geburtstagstour startete bei ansprechendem Wetterchen auf die Halbinsel Snæfellsnes und hatte Tanken und Einkaufen als ersten Punkt. Nächster Halt an den Basaltsäulen von Gerðuberg. Weiter ging es bis Ytri Tunga, ein Küstenabschnitt mit schroffem, schwarzem Lavagestein, auf dem sich eine Kolonie Seehunde räkelte. Hier musste ich ganz schön durch das Lavagestein kraxeln, um an die Tiere heranzukommen, was ich aber allemal gelohnt hat. Beim zweiten Stopp an einer extrem schmalen Schlucht bin ich jedoch trotz Spikes unter den Schuhen umgekehrt, das war mir zu rutschig. Schöne Ausblicke auf die Basaltküste mit Felsenbögen und den ersten brütenden Vögeln gab es am nächsten Aussichtspunkt, dann noch zwei malerische Felsnadeln, alles schon im Nationalpark Snæfellsnes gelegen. Die Straße führt hier im Halbkreis immer zwischen Küste und dem namensgebenden Berg entlang, rechts und links liegen die Lavafelder, erkaltet und leicht bewachsen. Am späten Nachmittag war es dann am Campingplatz auch genug. Der städtische Platz ist günstig - vor allem wieder einmal mit dem Seniorenpreis - und bietet Blicke auf Meer und Berge.

19So, 12. April 2026
Grundarfjörður
 

Es kam ein schneidender Wind mit Schnee und Regen bei Temperaturen um 0 °C auf. Die gestern beschriebenen Ausblicke waren im Dunst verschwunden, ein Weiterfahren lohnte nicht und ein Ruhetag tat auch gut.

20Mo, 13. April 2026
Grundarfjörður - Hveragerði
 
242 km

Das Wetter weiterhin regnerisch, anfangs noch ein kurzer Blick auf den Kirkjufell, ein Berg, der zu den Wahrzeichen der Halbinsel Snæfellsnes zählt, dann aber auf der Ringstraße 1 erstmal an Reykjavík vorbei bis zum nächsten Platz, heute wieder mit Strom. 

21Di, 14. April 2026
Hveragerði - Grindavík
 
128 km

Ein paar hundert Meter neben dem Campingplatz raucht es seit einem Erdbeben 2008 aus der Erde und riecht stark nach Schwefel, da habe ich noch einen kurzen Stopp eingelegt. Das Tagesprogramm für heute: Südküste der Halbinsel Reykjanes. Am Parkplatz zum wunderschönen schwarzen Strand wurde ich vom "Lobster by the Sea" - Kunst - begrüßt, ein paar Holztreppenstufen hinunter dann der Meerzugang. Weiter westlich bis zur Strandakirkja. Viele Kirchen stehen auffällig weit von den Ortschaften entfernt, so auch diese. Die Fahrt ging weiter durch grün-schwarze Lavafelder, es sieht irre aus. Ein Abstecher ins Landesinnere ging bis zum Hochtemperaturgebiet Seltún. Ein kleiner See, erst 1999 nach einer Explosion entstanden, und viele heiße Dampfwolken durchziehen das bunte Steinareal. Noch ein Stück weiter ein schwarzer Strand am Lavasee und zurück an die Küstenstraße, am seit 2021 berühmten Vulkan Fagradalsfjall vorbei. Hier riss der Boden bis 2023 mehrmals auf und sorge dafür, dass Grindavík evakuiert wurde. Dann folgte ich spontan einem Sehenswürdigkeitenschild direkt bis zum Strand, die Piste nur 4x4-geeignet. Von der Sehenswürdigkeit - einer alten Fischersiedlung  - ist zwar kaum noch etwas zu erahnen, dafür stand ich am schönsten aller Parkplätze bisher in einer Mondlandschaft. Nach einer langen Pause kamen einige Pickups mit Einheimischen, die von hier zu einer mehrstündigen Wanderung aufbrachen. Ein Viertelstündchen weiter liegt Grindavík, gleich am Ortseingang sah ich noch Reste einer aufgebrochenen Straße, der Campingplatz dann gleich daneben. Ein Franzose mit Sohn und ich suchten ein wenig nach dem Bezahlweg herum, und kamen ins Gespräch. Die Reise ist das Geburtstagsgeschenk für den 16-Jährigen, er liebt die Kälte des Nordens und wandert gern. Vaters Kommentar: "I'm dead from hiking." Er schenkte mir noch seinen übriggebliegenen Comté, denn morgen fliegen sie heim. Die Vulkaneruptionen sind vorbei, die Straße sind nagelneu und statt grün-schwarz dominiert hier schwarz. Geschätzt jedes zehnte Haus ist wieder bewohnt, an den anderen blickt man durch die Scheiben in die leeren Zimmer. 

22Mi, 15. April 2026
Grindavík - Garður
 
67 km

Die Reise geht weiter entlang der Küste von Reykjanes. Immer mal wieder stehen Alukisten mit Solarpaneln in der Landschaft - ich vermute, dass es Seismographen sind. Er ist schon krass, wie erst "vor Kurzem" hier die Lavaströme alles verändert haben, es könnte ja in jedem Augenblick nochmal wieder losgehen.

Der Brimketill ist ein natürlicher Lavapool und auch sonst ist am Aussichtspunkt die Lavasteilküste zu bewundern. Beim Geothermalkraftwerk mit den heißesten Quellen Islands brodelt und zischt es wieder gewaltig, die ärmste Gunna soll darin gefangen sein, daher heißt das hier Gunnuhver. Ebenfalls sehr schön der Leuchtturm auf einer kleinen Anhöhe. Man kann bis zum Sockel aufsteigen und hat einen guten Rundumblick. Und ich konnte bis zum Strand fahren. Da liegt der Troll Karl im Wasser und es gibt eine Steilwand mit Nistvögeln zu bestaunen. Jetzt wechselte ich geologisch wieder den Kontinent. Hier wurde als Kunstwerk eine Brücke installiert, über die ich die Seiten wechseln konnte. Zum Tagesabschluss stand ich auf dem sehr schönen Stellplatz am Leuchtturm Gurður an der Nordspitze der Halbinsel.

23Do, 16. April 2026
Garður - Reykjavík - Þingvellir
 
115 km

Am internationalen Flughafen Keflavík vorbei auf einer Autobahn war ich heute für ein paar Stunden in Reykjavík. Vom Parkplatz außerhalb der inneren Zone ging es den Berg hinauf bis zur bekannten größten isländischen Kirche Hallgrímskirkja, die Fassade erinnert tatsächlich an die Basaltsäulen, die ich ja auch schon sehen konnte. Davor das Denkmal eines Amerika-Entdeckers, Leif Eriksson, und dann hinunter in Richtung Altstadt, unter anderem durch die Regenbogenstraße bis zur Fußgängerstraße Laugavegur. Alles ganz hübsch, aber nach Island fährt man nicht wegen der tollen Architektur. Viele Läden sind auf den touristischen Bedarf - Wollsachen, Plüsch-Puffins, ... - ausgelegt, die Einheimischen kaufen wohl eher in den großen Malls. An der Uferpromenade gelegen noch das moderne Konzerthaus Harpa und die Skulptur Sólfar, der Seefahrer. So gingen fast drei Stunden vorbei und ich war nach einem Bäckereibesuch wieder am Auto.

Jetzt ging es Richtung "Golden Circle", erstmal bis zum Campingplatz beim Visitor Center des Nationalparks Þingvellir. Hier habe ich mich dann vom Stadtrundgang ausgeruht. 

24Fr, 17. April 2026
Þingvellir - Úthlið
 
107 km

Golden Circle, Teil 1: Nationalpark Þingvellir. Hier gibt es die spekatulärsten Blicke in den Grabenbruch zwischen den Kontinentalplatten zu sehen. Außerdem war es für Jahrhunderte der Sitz des Althing, also des Parlaments. Und krasse Wasserfälle als "Zugabe". Der erste dieser Wasserfälle: der Öxarárfoss. Am westlichen Visitor Center mit Ausstellung zu Geologie und Geschichte der Region dann die Schlucht Almannagjá. Alles gelegen rund um den See Þingvallavatn, den ich dann an einer kleinen Seitenstraße erfahren konnte. Hier hatte ich Zugang zum Platz, an dem der Althing abgehalten wurde und noch zwei sehr ruhige Plätzchen direkt am See, an denen ich mich vom Übertourismus an den sensationellen Hauptsehenswürdigkeiten erholen konnte. Und da es Windstill war, gab es noch ein paar Drohnenfotos.

Abschließend dann Richtung der Attraktionen für morgen noch einen Stopp am wunderschönen Bruarfoss und dann zum Campingplatz mit heißem Pool.

25Sa, 18. April 2026
Úthlið - Smáratún
 
197 km

Golden Circle, Teil 2: Um dem Übertourismus auszuweichen, habe ich mir den Wecker auf 6 Uhr gestellt und war um 7 bei den Geysiren. Der große, der eigentliche Geysir, nach dem alle Geysire der Welt benannt sind, hat sich vor ein paar Jahren schlafen gelegt, anfangs wurde er noch mit Waschpulver animiert, sich zu zeigen. Das ist inzwischen verboten, es gibt aber noch den benachbarten Strokkur, der bläst regelmäßig, so alle 5 bis 10 Minuten. Ich konnte das Schauspiel schon einmal auf der Anfahrt und dann zweimal direkt und ganz allein bewundern. 

Ein Stück weiter dann der für den Golden Circle namensgebende Gullfoss. Ein  herrlicher Wasserfall! Und auch den hatte ich ganz allein. Viele toll angelegte Stege und Treppen führen zu den Aussichtspunkten. An der Breite dieser Treppen lässt sich der Massenansturm tagsüber erahnen.

Vom Gullfoss führt die Straße 35 nach Norden. Sie gilt als schwierig zu befahren, ist für Mietfahrzeuge verboten und als leichte Route im Trackbook verzeichnet. Und sie war heute nicht abgeriegelt, jedoch wiesen etliche Warnschilder darauf hin, hier auf eigenens Risiko weiterzufahren. Aber ich kann ja mal gucken. Das ging auf schöner Straße 40 Kilometer gut, es gab einige wirklich schwierige Passagen, die mit den verbauten Offroad-Aggregaten aber zu bewältigen waren. Dann wurde es tief und matschig und zu viel für das Fahrzeug mit doch zu kleinen Reifen und zu wenig Bodenfreiheit und ich saß fest! Ich hatte Bergeplatten und Spaten bereit, da kamen zwei Einheimische mit einem Monster-Pickup vorbei, rügten mich angemessen und zogen mich kopfschüttelnd mit meinem Abschleppseil wieder aus dem Schlam(m)assel. Ich fuhr dann doch lieber wieder zurück, die Strecke würde noch schlechter werden.

Nun ging es beschaulich noch zum Faxafoss, nicht ganz so spektakulär, aber erholsam fürs Auge. Der Stopp am ältesten isländischen Schwimmbad war kurz, es tummelten sich zwei Busladungen im Wasser, schnell weiter. Campingplätze sind jetzt wieder dünn gesät. Es dauerte noch etwas, bis ich einen geöffneten fand. Dort hatte ich seltsame Vögel namens Austernfischer zu Besuch.

26So, 19. April 2026
Smáratún - Vík í Mýrdal
 
106 km

Richtung Südküste erst ein ganz kurzer Stopp an zwei weiteren Wasserfällen, die Parkgebühr von jedesmal um 7 € hätten hier nicht gelohnt. Anders am dann folgenden Seljalandfoss, an dem ein Weg, auf dem man ordentlich nass wird, auch hinter dem Wasserfall entlang führt. Sehr schön. Ein hübscher Weg geht dann noch zum Gljúfrabúi, der liegt ewas versteckt hinter einer Felsspalte, auch hübsch.

Noch ein Stopp, noch ein Fall: der Skógafoss. Wieder anders im Charakter: wie ein breiter Wandteppich hängt er vor der Felswand.

Der Abzweig zur Halbinsel Dyrhólaey folgte und führt zum oberen Parkplatz am Leuchtturm und zum unteren in Strandnähe. Tolle Spazierwege führen durch das Gebiet, an dem in zwei bis drei Wochen dann neben den jetzt schon eingetroffenen Vögeln - vielleicht Silbermöven - auch die Papageientaucher, auf isländisch Lundis, ihre Nistplätze beziehen werden.

Der Campingplatz in Vík í Mýrdal ist noch geschlossen, ein Aushang teilt mit, dass Campen auf einem Teil des Areals ist dennoch erlaubt sei, auch wenn alle Facilities noch geschlossen sind. Er bietet also alles, was ich so benötige: einen Platz, auf dem ich legal übernachten darf, mehr brauche ich meistens ja gar nicht - perfekt, und sogar kostenlos. Hier stand ich direkt vor einen Felswand mit weiteren Brutvögeln, die Lundis gab es aber aktuell nur auf der Infotafel zu sehen.

27Mo, 20. April 2026
Vík í Mýrdal
 

Der Frühling kehrte so langsam auch in Island ein. Ich habe einen Ruhetag eingelegt, die Möwen schien so vor sich hin, ein kleiner Spaziergang ging zuerst zum tiefschwarzen Lavastrand und weiter zum Werksladen der im Ort ansässigen größen islandischen Textilfirma Icewear. Es gab nun doch noch einen Troyer und eine handgestrickte Wollmütze. Sonst saß ich auch mal vor dem Auto in der Sonne und ließ auch Sonne in den "Tank". 

Am Abend erhielt ich von der Nordlichtmelder-App die Nachricht, dass an meinem Standort wegen des sternenklaren Himmels gute Chancen auf Polarlichter bestünden. Gegen Mitternacht begann die Show und dauerte etwa 45 Minuten:

28Di, 21. April 2026
Vík í Mýrdal - Kirkjubærklaustur
 
81 km

Bei weiterhin frühlingshaftem Wetter änderte sich jetzt die Landschaft: eine riesige Ebene lag vor mir, im ersten Teil könnte ich hier Lupinen en masse sehen, wenn sie denn schon blühen würden, es folgt eines der größten Lavafelder der Erde Eldhraun, im 18. Jh. entstanden und mittlerweile vollständig von Moss überzogen, einmalig.

Ein Abstecher führt zum Canyon Fjaðrárgljúfur, 100 m tief, zwei Kilometer lang, ein Weg zieht sich entlang des Canyons, wieder eine ganz andere Landschaft. Das war es auch schon für heute, der große, schöne Campingplatz ist nicht mehr im Winterbetrieb, was oft bedeutete, nur auf dem Parkplatz am Eingang stehen zu dürfen. Hier stand ich auf dem riesigen Areal und die Camper verteilen sich gut. Auf dem Spielplatz ist der Sandkastensand isländisch schwarz.

29Mi, 22. April 2026
Kirkjubærklaustur - Jökulsárlón - Skaftafell
 
187 km

Der Plan war, heute wieder früh loszufahren, da das Tagesziel Jökulsárlón zu den Hauptattraktionen zählt. Also erstmal 120 km Richtung Osten auf der Ringstraße, dann den Gletschersee "zu machen", anschließend wieder etwas Richtung Westen bis zum Campingplatz.

Auf dem Weg dahin durchfuhr ich das riesige Gebiet Skeiðarársandur, eine Schotterfläche jüngeren Datums. Hier wurde erst 1974 durch einen Brückenbau die Ringstraße komplettiert, aber 1996 wurde diese durch einen gewaltigen Gletscherlauf nach Vulkanausbruch unter einem Gletscher wieder zerstört. Der traurige Rest ist am Straßenrand zu sehen. Die Straße ist längst wieder hergestellt, eine Brücke nicht mehr nötig.

Der Plan aber ging erstmal nicht so auf: Das Ziel lag total im Nebel, nichts zu sehen. Warten half, gegen Mittag wurde es klarer, sicher auch mit mehr Menschen, aber es ging noch. Der See ist wunderschön mit seinen abgebrochenen Gletscherresten, die in allen Blautönen schimmern. Davor der "Diamond Beach" - na gut, die angespülten Reste, also die Diamanten, glitzerten ganz nett. Nach dieser intensiven Würdigung des Ganzen also wieder nach Westen bis zur Gletscherzunge Fjallsjökull, die ebenfalls zum riesigen Vatnajökull gehört. Das war ebenfalls sensationell, so nah an der Abrruchkante. Weiter bis in den Nationalpark Skaftafell auf den Campingplatz. Von hier gehen zwei Wanderwege Richtung Wasserfall bzw. Gletscherzunge. Aber nicht mehr heute. Ach ja, Schneeammer und Wacholderdrossel gab's auch noch zu sehen.

30Do, 23. April 2026
Skaftafell
 

Am Vormittag wanderte ich zum Svartifoss. Der Ausflug beginnt direkt am Campingplatz und führt recht steil hinauf, zunächst an zwei kleineren Wasserfällen vorbei, bis dann schon der Svartifoss auftaucht. Er ist nicht besonders breit, die eigentliche Attraktion sind die schwarzen Basaltsäulen, die ihn einrahmen. Das Wetter schlug dann um, es fing an zu regnen und so blieb ich für heute auf dem Platz.

31Fr, 24. April 2026
Skaftafell - Höfn
 
141 km

Strahlender Sonnenschein und die zweite kleine Wanderung vom Campingplatz aus zur Gletscherzunge Skeiðarárjökull. Etwas weiter noch, aber eben, also mehr ein Spaziergang. Direkt bis zur Zunge ging es nicht, die Furten davor waren zu tief, einen tollen Anblick bot es aber allemal. Auf dem Rückweg noch ein weiterer kleinerer Wasserfall.

Ein paar Kilometer weiter östlich führt von der Ringstraße eine kleine Schotterstraße zur nächsten Gletscherzunge, wieder zum riesigen Vatnajökull gehörig. Ich kam etwas näher ran, ganz Mutige kraxelten auf draufrum. Hier gefiel mir vor allem die schöne durch Lavastaub hervorgerufene Marmorierung. Dann erstmal nicht Neues, am Jökulsárlon war der Parkplatz mächtig voll. Ich fuhr noch bis Höfn, Einkaufen und der Campingplatz hat schöne Plätze mit Bergpanorama

32Sa, 25. April 2026
Höfn - Fossadalur
 
129 km

Morgens noch etwas Kunst und schöne Aussicht am Hafen von Höfn, im Verlauf schroffe Lavaküste. Die Ringstraße ist hier abenteuerlich in die Schötterabhänge hineingekratzt. Ein Ren lief mir fast vors Auto, kurzer Schreck für Ren und mich, dann wieder Kunst. Am Hafen von Djúpivogur hat ein Künstler große Steinmodelle isländischer Vogeleier in originalen Farben und Formen aufgestellt, toll. Der Campingplatz lag eine steile Schotterpiste von der Ringstraße entfernt in schöner Landschaft. 

33So, 26. April 2026
Fossadalur - Neskaupstaður
 
208 km

Der Autowandertag startet am neben dem Platz gelegenen Wasserfall. Was ist ein Tag ohne Wasserfall? Ein kurzes Stück Ringstraße, dann links ab ins Landesinnere auf die Route 939. Sie war in früherer Zeit Teil der Ringstraße, die jetzt aber ausgebaut an der Küste entlang führt. Die 939 ist laut Google geschlossen, laut road.is aber geöffnet, und das zählt. Mit der anschließenden Route 95, die zurück an die Küste führt, etwa 60 km Schotterpiste mit bis zu 17 % Steigung. Die Piste trocken, kein Eis, kein Matsch und die Landschaft - einfach herrlich. Unterwegs noch ein Gedenkstein, ein Wasserfall und die Schutzhütte Stefánsbúð, dann hatte mich die Küste wieder. In Fáskrúðsfjörður ("Franzosenfjord") gab es früher französische Fischer mit Konsulat, Schule und Krankenhaus, heute erinnern die zweisprachigen Straßenschilder an die Zeit. Ab hier nimmt die Route 1 eine Abkürzung durch einen Tunnel, ich fahre auf der 955 lieber die Küste auf teilweiser Schotterpiste entlang. Dann rechts ab, in die Sackgasse durch einen 9-km-Tunnel - die alte Passstraße gibt es nicht mehr, dafür ist der Ort am Ende ganzjährig erreichbar - bis zum Stellplatz ganz weit draußen. Kaum als solcher zu erkennen, aber der freundliche Gassigeher bestätigte, dass ich richtig bin. Die Wiese feucht, Strom und Bergpanorama inklusive und Geld will hier niemand dafür haben.

34Mo, 27. April 2026
Neskaupstaður
 

Der Vormittag verregnet, aber plötzliche Wetterwechsel sind hier ja nicht ungewöhnlich: am Nachmittag hübsch aufgelockert, so konnte ich noch die kleine Wanderung zur Páskahellir, der Osterhöhle, machen. Der markierte Weg ist noch sehr feucht, auch mussten einige Felsen überwunden werden, bevor am Ende eine steile Metallstiege zur "Höhle" führen. Brutvögel, Wasser, das direkt ins Meer fällt und sehr schöne Ausblicke über den Fjord waren der Lohn dieser Mühen.

35Di, 28. April 2026
Neskaupstaður - Hafnarhólmi - Bakkagerði
 
165 km

Der letzte große Ausflug ging nach Hafnarhólmi. Hier sollen "ab Ende April" die Papageientaucher ihre Nesthöhlen beziehen. War dann mal gespannt ... der Campingplatz dort öffnet am 1. Mai, die oranisierten Touren starten am 7. Mai. 

Auf dem Weg der "einsamste Kiosk Islands". Kurios, hätte was gekauft, Automat nimmt aber nur isländische Münzen, die ich nicht habe. Kreditkartenzahlung an diesem Ort hätte mich auch nicht gewundert. Und ob am Ende nun Puffins bzw. Lundis zu sehen sein werden - egal, der Weg ist wunderschön und schon für sich lohnend.

An der Zufahrt zum Parkplatz der Hinweis, dass erst ab 1. Mai bezahlt werden muss. Skepsis steigt. Und dann das:

Die Papageientaucher sind vor gut einer Woche hier angekommen. Vom Parkplatz geht es hinunter zum kleinen Fischerhafen und auf Holzstegen direkt durch die Puffinkolonie. Die Tiere lassen sich davon überhaupt nicht stören, die angenehm wenigen Menschen sind auch alle ehrfurchtsvoll still - genauso wie die Puffins, sie lärmen auch nicht. Die Vogelgeräusche kommen von den hier brütenden Möwen. Jetzt um die Mittagszeit tummeln sich schon etliche Tiere in der Kolonie.

Auf dem 5 km entfernten Campingplatz darf man schon stehen, sogar mit Strom. Statt schon zum Fährhafen zu fahren, bleibe ich lieber hier, da es hier viel gemütlicher zugeht. Am Nachmittag schlenderte ich durch den Ort. Die Hauptsehenswürdigkeit ist Lindarbakki, ein noch bis in die 1980er Jahre bewohntes Torfhaus. Mein Stellplatz bietet direkt aus dem Schiebefenster den Blick auf die Álfaborg, dem Sitz der isländischen Elfenkönigin.

Am Abend bin ich noch einmal rausgefahren, denn jetzt sind alle Lundis vom Fischen auf dem Meer zurück und es richtig voll auf dem Hügel:
36Mi, 29. April 2026
Bakkagerði
 

Nach den vielen, vielen Eindrücken heute ein ganz ruhiger Tag bevor es auf die Fähre geht. Mein Bastelprojekt konnte ich auch noch fertigstellen.

37Do, 30. April 2026
Bakkagerði - Seyðisfjörður
 
105 km

Fahrplan

Hafen Plan Ist

Seyðisfjörður ab

Do, 20:00

Do, 19:30

Tórshavn an

Fr, 16:00

Fr, 16:00

Tórshavn ab

Fr, 20:00

Fr, 19:50

Hirtshals an

So, 11:00

So, 11:00

Beim Rückweg von den Papageientauchern habe ich die geschotterte Nebenstrecke entlang eines wunderschönen langen Sees genommen, dann den Pass Richtung Hafen erklommen und mich noch ein wenig in dem schmucken Hafenörtchen umsehen können, bevor ich um 17 Uhr zum Check-In gefahren bin, meine Tax-Refund-Zettel vom Pullover-Kauf eingeworfen habe und kurz vor halb 6 in meiner Kabine war.

38Fr, 1. Mai 2026
Tórshavn
 

Pünktlich um 16 Uhr legte die Fähre auf den Färöer-Inseln an, drei Stunden Landgang waren möglich und die haben auch viele genutzt. Wir fielen wie die Heuschrecken in die kleine Stadt ein, ich bekam einen ungefähren Eindruck davon, wie es Kreuzfahrtpassagieren so ergeht. Wäre nicht so meins. Tórshavn ist entzückend, die winzige historische Altstadt mit ihren Gründächern richtig bewohnt und ganz ohne Souvenirläden, dafür mit Verhaltenstafen - nicht in die Fenster hineinfotografieren etc.

Ein weiteres Land betreten, wenn auch nicht dort übernachtet.

39Sa, 2. Mai 2026
 
 

Ein ganzer Tag auf See, an dem nicht viel passiert ist, was berichtenswert wäre.

40So, 3. Mai 2026
  Hirtshals - Trittau
 
556 km

Nach ein paar Supermarkt-Einkäufen ging es zügig auf der Autobahn durch Dänemark und noch bis zum Gemeinde-Stellplatz westlich von Hamburg. Es war abends noch so warm, dass es im Womo gar nicht recht abkühlen wollte. Erst nach nächtlichem Lüften bei offener Schiebetür hatte ich dann angenehmere 18 °C Schlaftemperatur. Und den ersten Tag lief die Heizung keine Minute.

41Mo, 4. Mai 2026
Trittau - Berlin
 
308 km

Nach kurzer Nacht und frühem Aufbruch war ich am späten Vormittag wieder zuhause.

Dieselpreise

Deutschland

ADAC

2,16 €

Dänemark

17,49 DKK

2,35 €

Island
GSMbensin

272,40 ISK

1,90 €
Kilometer
Auto


Fuß (bis 26.4.)

5.900 km
144 km/Tag
85 km

Diesel

(für Motor und Heizung)

684 l
1.351 €
1,98 €/l
11,8 l/100 km

Fähren

Maut

632 €

170 €

Parken/Kultur

125 €

Übernachtungen

382 €
10 €/Nacht

Gesamtausgaben

2.660 €
65 €/Tag

Solarertrag (bis 26.4.)

14.940 Wh

364 Wh/Tag